Erst zum zweiten Mal seit 1874 ergriffen Kantone das Kantonsreferendum – ein absoluter Ausnahmefall. Das zeigt wie brisant die Vorlage ist. Laut Botschaft des Bundesrates würde die Reform zu 1,7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen pro Jahr führen. Gemäss Schätzungen kosten die zusätzlichen Steuerangestellten bis zu CHF 240 Mio. jedes Jahr. Dazu kommen hohe Umstellungskosten, weil ein völlig neues Steuersystem bei den Kantonen erarbeitet werden muss. Diese Auswirkungen für die Steuerzahlenden sind heute kaum absehbar. Weil viele Bewohner in der Schweiz gar keine, die grosse Mehrheit der übrigen Haushalte nur einen geringen Anteil ihrer Steuern an den Bund zahlen, ist eine derart aufwendige, krasse Steuersystemänderung der falsche Weg. Die Kantone haben heute verschiedene einfache Modelle entwickelt, damit alle Bevölkerungsschichten gerecht besteuert werden. Die Heiratsstrafe ist dort kein Thema mehr. Deshalb NEIN zur Individualbesteuerung bei den Bundessteuern auf diesem Weg! Eine gerechtere und einfacher umzusetzende Lösung kommt auf Bundes Steuerebene übrigens innert Jahresfrist zur Abstimmung.
André Fritz, EVP Muttenz-Birsfelden