"Landrat - mittendrin" in der ObZ - Der Ruf nach mehr Effizienz

Landrätin Andrea Heger schreibt in der ObZ

Die ver­gan­gene Sit­zung dau­erte ein­ein­halb Mal so lange wie üblich. Wei­tere ver­län­gerte sowie zusätz­li­che Sit­zungs­tage sind ange­kün­digt. Grund dafür ist die lange Liste zu behan­deln­der Geschäfte.

Wir hies­sen unter ande­rem 20 Ein­bür­ge­run­gen gut, stimm­ten nach kon­struk­ti­ven Dis­kus­sio­nen und vor­ge­nom­me­nen Ände­run­gen ein­stim­mig einer Teil­re­vi­sion des Gesund­heits­ge­set­zes zu, ver­lang­ten eine breite Aus­le­ge­ord­nung der Pro­mo­ti­ons­be­din­gun­gen auf den Sekun­dar­schul­stu­fen und beauf­trag­ten die Regie­rung beim Bil­dungs­rat vor­stel­lig zu wer­den, um auf den Sekun­dar­stu­fen Aus­bil­dung in Not­hilfe ver­pflich­tend (und nicht wie bis anhin frei­wil­lig) in den Lehr­plan ein­zu­stel­len. Mit dem Ver­fah­rens­pos­tu­lat «Mehr Effi­zi­enz im Rat» wollte die SVP erwir­ken, dass beant­wor­tete Inter­pel­la­tio­nen im Rat künf­tig nur noch zur Kennt­nis genom­men und nicht mehr bespro­chen wer­den kön­nen. Zwei Drit­tel des Land­rats war wie ich dage­gen. Denn dann würde ein­fach auf andere Vor­stoss­ar­ten aus­ge­wi­chen. Zudem gibt es das Instru­ment, zu wel­chem die SVP die Inter­pel­la­tion umbauen wollte, bereits als «Schrift­li­che Anfrage». Für mehr Effi­zi­enz müs­sen wir nicht bei den Vor­stoss­ar­ten, son­dern der -menge anset­zen. Eine Trak­tan­den­liste besteht meist zu rund einem Vier­tel aus Regie­rungs­vor­la­gen (wel­che teil­weise auf Vor­stösse fus­sen). Den gröss­ten Raum neh­men neue Vor­stös­sen ein. Im Basel­biet ste­hen bei uns an einer Sit­zung jeweils so viele Vor­stösse an, wie andere Kan­tone in einem gan­zen Jahr behan­deln! Da muss sich der Land­rat wohl an der eige­nen Nase neh­men, respek­tive wie­der mehr Selbst­ver­ant­wor­tung über­neh­men. Am Ende die­ses Land­rats­ta­ges hat­ten wir 35 Geschäfts­punkte bear­bei­tet. Trak­tan­diert waren 78 gewe­sen. Posi­tiv daran: Ich habe dem­nach schon eini­ges an Vor­ar­beit für die nächste Sit­zung geleis­tet.

Nach die­sem Fokus aufs Basel­biet noch ein kur­zer Exkurs mit Blick über den kan­to­na­len Tel­ler­rand: Vor einem Monat berich­tete ich an die­ser Stelle über die Inter­par­la­men­ta­ri­sche Kon­fe­renz der Nord­west­schweiz. Wir behan­del­ten damals das Gesuch des Kan­tons Jura, der sich den bis­he­ri­gen Kon­fe­renz­kan­to­nen Aar­gau, Bern, Basel­land, Basel-Stadt und Solo­thurn anschlies­sen will. Noch haben nicht alle Kan­tone das Gesuch behan­delt. Doch an der inzwi­schen statt­ge­fun­de­nen Kon­fe­renz nahm die juras­si­sche Dele­ga­tion erfreu­li­cher­weise trotz­dem schon als Gast teil. Wir wid­me­ten uns über­kan­to­nal dem Thema «Was eine demo­kra­ti­sche Gesell­schaft aus der Unsi­cher­heit in der Welt ler­nen muss – und was die Poli­tik tun kann».     

Andrea Heger, Land­rä­tin EVP, Höl­stein