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Nein zu schädlichem Hü und Hott in der Bildung

Leserbrief von Andrea Heger, Landrätin EVP

Die «Starke Schule» will mit der Initia­tive «Die gigan­ti­sche und uner­füll­bare Anzahl von 3'500 Kom­pe­tenz­be­schrei­bun­gen in den Lehr­plä­nen auf ein ver­nünf­ti­ges Mass redu­zie­ren» die Beschrei­bun­gen in den Lehr­plä­nen für die Primar- und Sekun­dar­stu­fen auf 1'000 kür­zen. Zudem ver­langt sie, dass die Kom­pe­tenz­be­schrei­bun­gen pro Fach und Schul­jahr mit klar for­mu­lier­ten Stoff­lehr­plä­nen und The­men ergänzt wer­den.

Das Anlie­gen geht auf Unzu­frie­den­heit mit dem har­mo­ni­sier­ten Lehr­plan zurück. Die «Starke Schule» reichte damals eine fast iden­ti­sche Initia­tive ein. Der dazu erar­bei­tete Gegen­vor­schlag ergänzte den Lehr­plan mit einem zwei­ten Lehr­plan­teil mit Grob­zie­len, Stoff­hin­hal­ten und The­men. Das Volk stimmte dem 2018 mit über 84% zu. Die Lehr­per­so­nen kön­nen seit­her ent­schei­den, mit wel­chem der bei­den Teile sie arbei­ten. Die­sen Hand­lungs­frei­raum würde die neue Initia­tive ver­bie­ten. Zudem läuft der­zeit ein umfang­rei­ches Rück­mel­de­ver­fah­ren, wel­ches Pra­xis­an­re­gun­gen auf­nimmt und den Lehr­plan in eine ver­bes­serte Form bringt. Der gestraffte Sek-Lehrplan wird auf das Schul­jahr 22/23 umge­setzt. Danach folgt die Pri­mar­stufe. Bis auf die nicht umsetz­bare, kon­krete Zahl von 1000 Kom­pe­ten­zen sind folg­lich alle Anlie­gen der neuen Initia­tive auf­ge­nom­men. Sie ist somit nicht nur unnö­tig, son­dern schäd­lich. Denn sie würde die lau­fende Über­ar­bei­tung abrupt been­den, rund CHF 2.3 Mio. in den Sand set­zen und viele am Ver­bes­se­rungs­pro­zess Betei­ligte frus­trie­ren.

 

Andrea Heger, Land­rä­tin EVP