News

Wer lacht, hat noch Reserven

Meine Jungs haben eine Anlei­tung zum digi­ta­len Ori­en­tie­rungs­tag zur Vor­be­rei­tung auf die Rekru­tie­rung erhal­ten. Ich bin ja gespannt, wie gut das nächs­ten Diens­tag funk­tio­niert. Bekann­ter­weise muss­ten die neuen Rekru­ten im Januar via Home­of­fice in die Rekru­ten­schule ein­rü­cken. Eine Freun­din meinte, sie sei sich nicht ganz sicher, ob und was ihr Sohn da lerne. Unter ande­rem hätte man den jun­gen Män­nern und Frauen Turn­übun­gen für zu Hause auf­ge­ge­ben, die sie an das Ski­tur­nen mit Jack Gün­thard und Bern­hard Russi in den 80er Jah­ren erin­nere.

Um Kon­takte zu redu­zie­ren sind wir alle wie­der auf elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel umge­stie­gen. Was einer­seits zu Unsi­cher­heit und Stress füh­ren kann, weil die Benut­zer Angst haben vor der neuen Tech­nik. Wo schal­tet man die Kamera ein und das Mikro­fon aus? Was mache ich, wenn ich die ande­ren Teil­neh­mer zwar höre, aber nicht sehe und umge­kehrt? So ist es mir auch schon pas­siert, dass ich wäh­rend einer Zoom-Sitzung mit einem Teil­neh­mer via Handy ver­bun­den war, weil er sich nicht in die Sit­zung ein­wäh­len konnte und ich seine Mei­nung so in die Dis­kus­sion ein­brachte. Lus­tig sind natür­lich die Geschich­ten, wenn plötz­lich die Kin­der in die Sit­zung rein­plat­zen oder der Hund auch mit­re­den will. Dass gute Klei­dung auch in Zei­ten von Home­of­fice hilf­reich ist, haben Sie wahr­schein­lich alle schon erlebt oder gese­hen. Wenn nicht, auf Youtube fin­den Sie unter «Zoom Fails» unzäh­lige Bei­spiele. Da eröff­nen sich einem plötz­lich ganz neue Per­spek­ti­ven.

Aber es kann ja nicht alles via Zoom erle­digt wer­den. Das haben wir in den letz­ten Wochen gemerkt, als es plötz­lich zu unge­ahn­ten Men­gen an Schnee auf unsere Stras­sen kam. Auch hier gilt: «Allen Leu­ten Recht getan, ist eine Kunst, die nie­mand kann.» Kommt dazu, dass sich die Schnee­räu­mung des Kan­tons und der Gemein­den wohl an mehr als einem Ort gegen­sei­tig den Schnee zu schau­fel­ten. Sehr zum Unmut der betrof­fe­nen Haus­be­sit­zer. Das ging sogar soweit, dass es Gemein­de­prä­si­den­ten gab, die sel­ber beherzt zur Schau­fel grif­fen und der betrof­fe­nen Per­son den Vor­platz räum­ten. Auch die Feu­er­wehr kam in letz­ter Zeit öfters zum Ein­satz. Aller­dings han­delte es sich zum Glück immer um Ein­sätze im Zusam­men­hang mit Ölver­lust und nicht um Brände. Wäre ich eine Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ke­rin, hätte ich wahr­schein­lich eine Erklä­rung, warum es gerade jetzt gehäuft zu sol­chen Vor­fäl­len kommt. Aber ich ver­stehe ja schon nicht, wieso Super­rei­che in den Thur­gau flie­gen, um sich vor allen ande­ren imp­fen zu las­sen, wenn es doch ihr Plan war, die Welt mit die­sem Virus zu infi­zie­ren, damit sie nach­her alle imp­fen und chip­pen kön­nen.

Ich für mei­nen Teil, werde wohl auch die nächs­ten Wochen viel Zeit vor dem PC ver­brin­gen. Die per­sön­li­chen Kon­takte ver­misse ich sehr, ich nehme an, da geht es Ihnen ähn­lich. Und was das Arbei­ten am Com­pu­ter angeht, das ist wie U-Boot fah­ren: Wenn man ein Fens­ter auf­macht, fan­gen die Pro­bleme an.

 

Carte blan­che in der Volks­stimme vom 11. Januar 2021

San­dra Bät­scher, Gemein­de­prä­si­den­tin, EVP, Ten­ni­ken