Halbierung der Meinungsfreiheit?

Natürlich ist der SRG-Konzern träge, mit verschiedenen Aufgaben überladen und sehr diversifiziert. Natürlich sind Korrespondenten in aller Welt für Radio und Fernsehen doppelt bestückt. Und natürlich könnten wir (bzw. SRF) die diversen Programme entschlacken. Über den gesellschaftlichen oder kulturellen Nutzen von «Landfrauenkuchi», «Uf und drvo», Dschungelcamps und so weiter wundere ich mich schon lange. Und ja, Filmförderung und weitere Aufgaben könnten getrost aus der Bundessteuer bezahlt werden. Und natürlich hätten die Oberen von SRG ihre Führungsverantwortung, sparsam und sorgfältig mit den ihnen jährlich anvertrauten Gelder (über 1'000 Mio. Franken) umzugehen, schon längst wahrnehmen können.

Nun ist jedoch die Initiative der Partei am rechten Rand «200 Franken sind genug» sehr durchsichtig: Zerschlagung der Information der Bevölkerung zur eigenen Meinungsbildung. Sie suggeriert, dass den Menschen «mehr Geld fürs Leben» bleibt. Nach «No Billag» ein weiterer Angriff auf die «vierte Gewalt» in der Schweiz. 

Eine funktionierende Demokratie braucht starke und unabhängige Medien. Die SRG ist zentral für verlässliche Information und Medienvielfalt. Vergleichen Sie die SRF-Gebühr einmal mit Ihrem Zeitungsabo. 

Wenn Sie die Einschränkung der Meinungsbildung nicht wollen, stimmen Sie bitte Nein zur Halbierungs-Initiative. Damit «Echo der Zeit», «10-vor-10», «Einstein» etc. erhalten bleiben.

Daniel Kaderli, Biel-Benken