Die Eidgenössischen Parlamente haben einen Systemwechsel zur Individualbesteuerung beschlossen. Weshalb sich die Räte gegen das im Baselbiet erfolgreichen Voll-Splitting gestellt haben, bleib wohl deren Geheimnis. Erklärtes Ziel des Systemwechsels ist, mehr Frauen bzw. Mütter ins Erwerbsleben zu bringen. Mit der Einführung Individualbesteuerung würden im Baselbiet jährlich rund 70'000 zusätzliche Steuererklärungen zu bearbeiten sein, was rund 25 bis 28 zusätzliche Mitarbeitende bei den Steuerverwaltungen bedingt. Die neu erwerbstätigen Frauen könnten sich also gleich alle den Steuerveranlagungen widmen..!
Geschätzt kämen bei Kanton und Gemeinden nur im Baselbiet jährlich wiederkehrende Personal- und IT-Kosten von rund 5 bis 8 Millionen Franken hinzu. Dies ist die Antwort des Regierungsrates in der landrätlichen Fragestunde. Einmalige Aufwendungen aufgrund von Umstellungen in IT-Infrastruktur und Abläufen sind da noch nicht einberechnet.
Im Baselbiet haben wir beste Erfahrungen mit dem sogenannten Voll-Splitting bei der Besteuerung von Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften gemacht. Hierbei werden beide Einkommen zusammenberechnet und bei der Bestimmung des Steuersatzes halbiert (durch zwei geteilt). Eine Abkehr vom Vollsplitting hin zur Individualbesteuerung bringt für Paare eine massive Steuererhöhung.
Wenn Sie diese Benachteiligung nicht wollen, stimmen Sie bitte Nein zur Individualbesteuerung.
Daniel Kaderli, Biel-Benken