Wie viel darf uns die Gesundheit kosten? Ist der Kostenanteil von 11,3% am BIP (2022) zu viel oder ist es zu wenig?
Mit dieser Frage steigt Regierungsrat Thomi Jourdan, Vorsteher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion in sein Referat zu „Gesundheit Baselland – wie weiter?“ ein, das er in der vergangenen Woche in Allschwil hielt. Informativ und kurzweilig umreist er die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, veranschaulicht mit alltagsnahen Beispielen und zeichnet lösungsorientierte Wege auf.
Die Überinanspruchnahme von Leistungen steigt ungebremst weiter, gepaart mit gravierenden vergütungstechnischen und strukturellen Fehlanreizen. Wird also in einem Spital ein Eingriff ambulant durchgeführt, fährt das Spital einen Verlust ein, wird derselbe Eingriff stationär durchgeführt, sind die vergüteten Kosten doppelt so hoch und das Spital kann zudem einen Ertragsgewinn verbuchen. Weitere Herausforderungen zeigt die demographische Entwicklung: Bis in 18 Jahren wird sich der Bevölkerungsanteil der über 75-Jährigen im Baselbiet um das Doppelte erhöhen. Auch gesellschaftliche Ansprüche bezüglich der zeitlichen Verfügbarkeit beeinflussen die Gesundheitsversorgung.
Die „Gesundheit BL 2030“ denkt in einer gemeinsamen Gesundheitsregion mit Basel-Stadt und plant über das ganze Baselbiet mit einem engen Netzwerk von stationären und ambulanten wohnortsnahen Einrichtungen. Neue Modelle zur Ambulantisierung werden mit den lokalen Akteuren und Vertragspartnern entworfen und entwickelt, wie das bereits publizierte Angebot „Hospital@Home“ und das Versicherungsmodell „Hausspital“. Ziel ist und bleibt eine optimierte Gesundheitsversorgung der Baselbieter Bevölkerung „vo Schönebuech bis Ammel“.
Regula Streun-Schäfer, Landrätin EVP